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Architekturtheorie Eins / Cerdà / Peter Volgger

9.05.2016

Heute spricht man häufig vom ‚Ende des Städtebaus’ und davon, dass sich Städte nur noch akkumulativ entwickeln als eine Reflexion der spätkapitalistischen Warenströme. Gerade deshalb lohnt es sich, noch einmal die Voraussetzungen der modernen Stadt, wie sie Cerdà zugrunde gelegt hat, zu reflektieren. Cerdà arbeitet an einer ‚Wissenschaft der Stadt’, er schlägt für die damalige Zeit ein völlig neues Verständnis der Stadt vor und spricht erstmals von ‚Urbanisierung’; Stadt entwickelt sich nicht mehr innerhalb eines bestimmten Rahmens (einer Stadtmauer), sondern auf der Basis einer (Infra-) Struktur, welche Regeln festlegt und die Stadt zum ‚Prozess’ macht. Dies führte zu einer territorialen Differenzierung logistischer Natur. Die Stadt genügt nicht mehr den Kriterien der Repräsentation, sie spiegelt nicht mehr den symbolischen Kosmos einer Zeit, sondern folgt dem Management der menschlichen Grundbedürfnisse auf der Grundlage der neuesten technologischen Möglichkeiten, sie ist Produktion und Reproduktion auf der Basis verfügbarer Ressourcen.

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