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Architekturtheorie Eins / Regionalisierung / Bettina Schlorhaufer

22.05.2017

Architektur wird Region

Die „Regionalisierung von Architektur“ als Phänomen der frühen Moderne und vor dem Hintergrund von theoretischen Ansätzen, wie „Invention of Tradition“ und „modern vernacular“.
Im Rahmen der Präsentation geht es um eine Neupositionierung der theoretischen Ansätze am Beispiel des „Tirolerhauses“ als Sinnbild für eine regionale Architekturtypologie. Der Bautyp bildete sich im Lauf des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der Realisierung der Eisenbahnnetze in den Alpenregionen. Die auf der Basis von Nicolas Durands „Entwurfsschule“ ausgebildeten Ingenieure der Eisenbahn waren die ersten, die vor die Aufgabe gestellt wurden, für kleine und große Bahnstationen samt Nebengebäuden eine Formensprache zu entwickeln, die sich in das gegebene Landschaftsbild „harmonisch“ einfügten. Im selben Zeitraum wurden „ethnografische Ausstellungen“ veranstaltet, die in größeren Städten präsentiert wurden. Z. B. wurde 1873 bei der Weltausstellung in Wien das „Land“ in die Stadt gebracht – während die Eisenbahn die Städter mit ihren vorgeprägten Bildern über das ländliche Leben in die Regionen außerhalb der Metropole transportierten.

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