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Architekturtheorie Eins / Exhibitionary complex / Bettina Schlorhaufer

26.06.2017

Die Vorlesungen „Bentham’s panopticon“ und „exhibitionary complex“ bilden eine thematische Einheit. Die zweite Vorlesung befasst sich vor dem Hintergrund von Michel Foucaults Theoriemodell „Strafen und Überwachen“ mit den gesellschaftlichen, räumlichen und später auch vom Kapitalismus durchweichten Modellen des Ausstellens. Die großen Ausstellungen des 19. Jahrhunderts, darunter auch die Weltausstellungen, können nach dem theoretischen Ansatz von Anthony Bennett mit dem Titel „exhibitionary complex“ auch als Formate der Kommunikation des Staates mit dem Bürger interpretiert werden. Die frühmoderne Zivilgesellschaft, die vorerst noch als „opake“ und daher als „gefährlich“ einzustufende Masse gesehen wurde, entwickelte sich aber auch auf der Basis räumlich inszenierter Selbst-Kontrolle. Totaler Ausdruck dieser Selbst-Überwachung werden im 19. Jahrhundert bald die weithin sichtbaren architektonischen Wahrzeichen mit ihren Aussichtsmöglichkeiten (Eiffelturm, Wiener Riesenrad etc.), die bald zum Konzept jeder Großveranstaltung gehören.

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