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Architekturtheorie Zwei WS21 / Tony Garnier : Cité industrielle / Bettina Schlorhaufer

11 11th, 2021

Tony Garnier und Ebenezer Howard – zwei Stadtkonzepte zur Bewältigung der Probleme des Industriezeitalters (1):

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der ungezügelte Prozess der Industrialisierung immer gravierendere Auswirkungen auf große Teile der Bevölkerung und die Umwelt.

Mit der massiven Ausbeutung der Menschen ging eine Verschlechterung der Wohnverhältnisse einher. Utopien waren Antworten auf die Situation. Tony Garnier plante um 1900 eine „Cité industrielle“ und verfolgte mit seinem Entwurf die Verwandlung der „schwarzen“ Industriestadt („coketown“) in eine ideale Arbeits- und Lebenswelt auf der Basis von gemeinschaftlichem Grundbesitz.

Ebenezer Howard konzipierte 1898 kleinere Gartenstädte, in denen er die Vorteile des Lebens in der Stadt und am Land kombinieren wollte. Der Titel seines Buchs „To-morrow. A Peaceful Path to Real Reform“ deutet schon an, dass er nicht sozialen Protest, sondern Veränderungen in Harmonie und Frieden einleiten wollte – wenngleich sein Plan, den Boden gemeinschaftlich auf der Grundlage von Genossenschaften kooperativ zu verwalten, fast nirgends Umsetzung fand. Dennoch gelang es ihm, den Städtebau bis heute nachhaltig zu beeinflussen.

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